Der Zauber aller Anfänge

Im Anfang aller Ideen, Visionen und Projekte, im Anfang jedes neuen Tages, jeder Woche, jedes Monats und jedes Jahres, in jeder beginnenden Lebensphase, verbirgt sich ein Zauber. Diesen Zauber hat schon Hermann Hesse gespürt, als er schrieb „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben“.
Wenn Neues beginnt, sind wir noch unbedarft, jede Richtung ist offen und alles ist möglich. Anfänge besitzen eine große Reinheit. Jeden Morgen aufs Neue bekommen wir dieses Geschenk. Einen kleinen Neuanfang.

Manchmal aber, sind wir so sehr mit anderen Dingen beschäftigt, dass wir diesen Zauber kaum noch wahrnehmen. Das ist im Grunde nicht wirklich sehr dramatisch und hat seine guten Seiten, denn wenn wir nur noch in den vielen kleinen Zaubern und magischen Momenten des Lebens umherschweben würden, dann würde uns einiges an Realitätssinn fehlen. Meist ist es aber doch andersherum. Meist sind wir in unserem Kopf mit der Realität, mit dem Lösen von Problemen, mit dem Schmieden von Plänen oder mit der Umsetzung von bereits geschmiedeten Plänen beschäftigt. Das gilt für die kleinen Alltagshandlungen, wie auch für die großen Ideen. Wir sind so sehr mit dem Denken beschäftigt, dass uns unser Leben nur noch selten zauberhaft erscheint. Die Realität hält uns gefangen und wir bemerken den Zauber des Lebens, den Zauber jedes kleinen Anfangs nicht mehr.

Ich bin noch ganz bei mir und bleibe dort, solange es geht

Seit einigen Wochen versuche ich, den Zauber des Morgens ganz bewusst zu nutzen. Für mich heißt das, mein Handy schon am Abend in den Flugmodus zu stellen. Und da bleibt es auch. Bis am nächsten Morgen gegen halb zehn. Das mache ich, damit der Zauber des Tagesanfangs ungehindert zu mir durchdringen kann. Mein Kopf ist noch nicht voller neuer Informationen. Mein Körper noch nicht voller Emotionen. Ich bin noch ganz bei mir und bleibe dort, solange es geht.
Diese kleine Gepflogenheit hat vieles in meinem Leben verändert. Ich bin entspannter und zufriedener, ganz einfach, weil ich mir Zeit für die Dinge schaffe, die mir wichtig sind. Weil ich gelernt habe, den Zauber jedes Tagesanfangs für mich zu nutzen.

 

Wenn mein Wecker gegen halb sieben klingelt, stehe ich auf und drehe eine kleine Runde im Wald oder durch unseren Garten um mein Gehirn mit frischem Sauerstoff zu versorgen. Dann schalte ich meinen PC an und mache mir einen Kaffee, während der Computer auf Betriebstemperatur kommt. Das Emailprogramm bleibt aus. Das Handy im Flugmodus. Dann schreibe ich. Gegen zehn Uhr habe ich das, was mir für den ganzen Tag am aller wichtigsten ist, bereits erledigt.
So bin ich den Rest des Tages zufrieden mit mir, egal wie sehr andere Vorhaben heute vielleicht schiefgehen, stagnieren oder anders laufen, als geplant. Ich habe bereits fertig. Durch den Zauber des Anfangs, habe ich gleich drei Dinge in meinem Leben gewonnen: Zeit, Effizienz und mehr Zufriedenheit.

Welcher Zauber des Anfangs passt zu dir?

„Morgenstund´ hat Gold im Mund“, sagt man und für mich ist der Morgen tatsächlich Gold wert. Mehr als das im Grunde, denn Zufriedenheit ist unbezahlbar. Auch ich bin keine militante Frühaufsteherin, aber die Stunden vor dem richtigen Tagesbeginn gehören mir und auf sie freue ich mich schon jeden Abend vor dem Einschlafen. Manchmal hat der Tag aber auch andere Prioritäten, als das Scheiben meiner Bücher. Heute Morgen zum Beispiel, da möchte ich endlich mal wieder mit einem neuen Blogartikel um die Ecke kommen. (Obwohl ich einen solchen Artikel nicht an einem einzigen Morgen herunterschreibe)

Vielleicht bist du ja überhaupt kein Morgenmensch und jedes Wecker-Läuten ist dir zu früh? Vielleicht ist mit dir vor dem dritten Kaffee überhaupt nichts anzufangen? 

Wenn das so ist, dann suche dir ganz einfach einen anderen Zauber des Anfangs. Zum Beispiel den Zauber, wenn du nach der Arbeit Nachhause kommst und die freie Zeit des Tages beginnt. Oder die Zeit nach dem Abendessen, wenn der gemütliche Teil des Abends beginnt? Es muss ganz allein für dich funktionieren. Experimentiere ein wenig. Probiere verschiedene Strategien aus und du wirst merken, welche zu dir passt. . Es geht schlicht darum, dir Zeit für die Dinge zu nehmen, die dir wichtig sind im Leben und zwar zu einem Tageszeitpunkt, an dem du am besten in der Lage dazu bist. Ohne Ablenkung. Wenn es nicht zwingend notwendig ist, ohne Handy. Frage dich heute beim Einschlafen, was dir morgen das wichtigste ist und lege bereits fest, wann du es in deinen Tagesablauf integrieren kannst. 

Die großen und kleinen Herzenswünsche

Mit diesem Beitrag möchte ich dir ganz einfach und praktisch Lust darauf machen, eine Morgenroutine zu etablieren, die dein Leben auf positive Weise bereichert. Das Wörtchen „Routine“ soll dich an dieser Stelle nicht abschrecken, denn vielleicht bist du so wie ich, kein richtiger Routinemensch. Eine feste Morgenroutine mit Sportprogramm, Meditation und gesundem Cranberry Smoothie habe ich noch nie länger als zwei Tage durchgehalten. Leider. Was für mich aber funktioniert, ist das Wissen über die große Kraft des Zaubers im Anfang und wie ich diesen für mich nutzen kann. Jeden Tag mit einer neuen, einer anderen Priorität.

Für die großen und kleinen Herzenswünsche, die du dir auf Dauer erarbeiten möchtest, lohnt es sich besonders, den Zauber des Anfangs als Kraftquelle zu nutzen. Gleich am Morgen mit einem Spaten in den Garten spazieren und endlich die Kräuterschnecke anlegen? Deine Steuererklärung mit einem duftenden Kaffee in der Hand gar nicht mehr so schlimm finden? Oder mit etwas Regelmäßigkeit und Durchhaltevermögen ein zweites Standbein aufbauen? Die nächsten Tagesanfänge dafür nutzen, eine eigene Website anzulegen? Dich zu bilden, mehr über das Thema zu recherchieren, was dich begeistert?

Was ist dir Morgen das Wichtigste und wie kannst du den Zauber des Anfangs für dich nutzen?